Fleck-Logo, (c) Roter Fleck Verlag
SchreckenBlog
Das ForscherTagebuch der SchreckenPatenKinder und -Klassen. Ein Sammelsurium an Fragen, Hypothesen, Beobachtungen, Erfahrungen, Versuchen, Problemen und Geschichten über das Leben und Verhalten der Peruanischen Samtschrecke (Peruphasma schultei). Aufgezeignet von Berliner Kindern und Schulklassen. Ein Kaleidoskop verschiedener Blicke und Blickwinkel, festgehalten in Text, Bild und Ton.
Ein Forschungsprojekt, durchgeführt von und mit Kindern, dokumentiert im Zeitablauf: Wissen, wachsend. Im Gespräch.

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Davids Schreckengeschichte, Zeichnung und Text: David, Foto: (c) Roter Fleck Verlag
Liebling, (c) Roter Fleck Verlag
Lieblinge!
Videobeitrag zur Reihe -> Schreckengeschichten

Camilo und Benicio haben u.a. diesen supertollen Film gedreht und als Beitrag zur Reihe -> "Schreckengeschichten/Die Mutter aller Schrecken" eingeschickt (die beiden haben noch einen zweiten Film geschickt, den wir Euch in Kürze ebenso zeigen, wie alle anderen Beiträge, die schon eingegangen sind):

-> Film: "Lieblingsschrecken"

Ihr könnt uns nach wie vor noch Eure Schreckengeschichten (Videos, Texte, Zeichnungen, ... alles, was Euch einfällt) schicken. Alle Beiträge gehen in den SchreckenPaten-Beitrag zum -> MfN-Forschungsprojekt WISSENSDINGE ein.

Aber: beeilt Euch, denn wir haben nicht mehr viel Zeit!

EINTRAG
AF . 03.05.2014 (eingeschickt am 07.04.14)
Still aus Video "Spüüüüliiii", Video: (c) Alexandra Flindris
Standbild aus Kurzvideoszene "Spüüüüliiiiii", Video: AF
Spppüüüüüüüüüüüliiiiiiiiiihhhh
Eine Kurzvideoszene

Wir haben gestern das Terrarium mit Wasser und Spüli sauber gemacht, da wir kein Putzmittel benutzen wollten. Das Ergebnis könnt Ihr Euch in dem Video ansehen. Es hat eine Weile gedauert, alle unsichtbaren Spülireste wegzubekommen, aber das Terrarium glänzt 1A.

-> Videoszene

Kurzkommentar: Vielen Dank für das Video! Henning und Malte hatten sich ja schon vor einiger Zeit gefragt, wie die Schrecken eigentlich an Scheiben hochlaufen können (siehe -> Forschungsfrage und -> Eintrag). Und Lucie hatte in dem Zusammenhang den "Fuß der Schrecke" - unter dem Mikroskop - fotografiert (-> Der Fuß der Schrecke mit -> Diashow). Bisher wissen wir aber noch nicht genau, ob die Schrecken sich mit einem zusätzlichen "Saugnapf" unter den Füßen an Scheiben festhalten und/oder mit den winzigen Krallen. Jedenfalls scheint Spüli - auch wenn die Reste nicht mehr sichtbar sind - ihnen die "Scheibe unter dem Fuß wegzureißen". Habt Ihr eine Idee, wie wir herauskriegen könnten, wie die Schrecken sich festhalten und was Spüli hierbei für eine Rolle spielt?

EINTRAG
Jojo, Jannik und Erik . 01.05.2014
Schrecken-Abdomen, Foto: (c) Jojo, Jannik und Erik
Schrecken-Hinterleib (Abdomen) : Zu "öffnendes" Aftersegment (Telson) ?
Foto: (c) Jojo, Jannik und Erik
Geschossene Eier?
Vermutungen und Beobachtungen

Liebe SchreckenPaten,

Wir haben endlich ein bisschen Zeit, die neuesten Einträge zu lesen. Zum -> "Hinternklappen"-Eintrag haben wir eine Beobachtung: Wir haben ein Foto aufgenommen, auf dem man ein weit geöffnetes Abdomenende sieht. Uns scheint es ein Männchen zu sein (das Foto seht Ihr in der Diashow unten; auf dem Bild links seht Ihr ein Schreckenweibchen).
Wir haben Folgendes gelesen: Das Abdomen (Hinterleib der Insekten) besteht aus mehreren Segmenten, sowie einem Aftersegment (Telson). Das ist vielleicht der richtige Name für die "Hinternklappe"?

Außerdem schicken wir ein Foto von einem "Schreckenhaufen" (hierzu -> Eintrag und -> Vermutung). Wir haben über 30 Schrecken. Manchmal verteilen sie sich einzeln oder zu zweit im Terrarium, manchmal - wie auf dem Foto - kuscheln sie sich zusammen. Im Winter war das oft so, jetzt weniger.

-> Diashow

Wir haben einige Vermutungen, eine davon zur Eiablage (hierzu -> Forschungsfrage): Wir vermuten, dass die Tiere, in "Skorpionenhaltung", wie aus einer Pistole über den Kopf sehr schnell - mit bloßem Augen kaum zu sehen - die Eier, wie auch das Wehrsekret, schießen (beim Wehrsekret-Versprühen sind wir sicher, dass es so ist).

Wir fragen uns, ob die Tiere gut hören können, jedenalls reagieren sie aufgeregt, wenn es laut wird. Übrigens: können sie selbst keine Töne erzeugen? Denn wir haben noch nie etwas gehört.

An die Biologen eine Frage: Wir haben gelesen, dass sich Insekten oft mittels Duftstoffen verständigen können. Wie sieht es bei den Samtschrecken aus? Wenn wir das Terrarium öffnen, ist immer ein typischer Geruch zu riechen. Wie forscht man in diese Richtung?

Viele Grüße an alle,
Erik – Jannik - Jojo

EINTRAG
Sina, Maja und Lukas . 01.05.2014
Schrecke mit Ei am Bein, 18.03.14; Foto: (c) Sina, Maja und Lukas
Schreckennymphe mit Ei am Bein, Foto: (c) Sina, Maja und Lukas
Eier, Nymphen -
und operative Geburtshilfe

Eine Antwort auf die Fragen im Kommentar zu unserem letzten -> Eintrag

Hallo SchreckenPaten,

Natürlich ist wieder ganz viel Neues passiert in unserer Schreckenburg:

Am 07.12.13 hatten wir die ersten Eier entdeckt, die sich noch rasant vermehrt haben. Zum Schluss hatten wir dann "eigentlich" insgesamt 108 Eier, die wir ja aufgeteilt haben in eine trockene und eine feuchte Aufzucht (hierzu -> Eintrag).

Am 18.03.14 ist unsere erste Nymphe geschlüpft! Also gut 3 Monate nach den ersten gelegten Eiern. Wir haben sofort alle Eier gezählt und wollten sehen, von welcher Seite ein Ei fehlt. Aber plötzlich hatten wir nicht mehr 108 Eier, sondern 120! Wie geht das denn? Wolke gab's ja gar nicht mehr (-> Wolkes Todesanzeige) und wir hatten Mitte Februar wirklich alles ordentlich nach Eiern abgesucht. Na egal, jedenfalls ging's dann fleißig weiter mit dem Schlüpfen:
Am 20.03.14 die 2. Nymphe,
am 23.03.14 die 3. + 4.,
am 27.03.14 die 5. + 6.
Am 28.03.14 waren die ersten beiden schon wieder gestorben.
Am 02.04.14 hatten wir insgesamt 10 Nymphen / davon 3 tot.
Am 03.04.14 insgesamt 15 / davon 5 tot.
Am 14.04.14 insgesamt 21 / davon 9 tot.
Am 30.04.14 insgesamt 38 / davon 21 tot.

Die, die gestorben sind, sind schon sehr früh wieder gestorben, denn sie waren noch sehr klein (hierzu auch -> Jojos, Janniks und Eriks Eintrag; -> Lucies Eintrag über "Fehlgeburten" und -> Diashow). Die 17., die wir heute lebend gezählt haben, haben wir jetzt zu Blitz und Donner in das andere Terrarium mit rein gesetzt. So lernt Blitz jetzt endlich mal seine Kleinen kennen (hierzu -> Eintrag).

Aber leider war unser Experiment mit der trockenen und der feuchten Seite bisher nicht unbedingt aussagekräftig. Auf der trockenen Seite haben wir bis jetzt 23 leere Eier gefunden und auf der feuchten 19. Das sind also nur 4 Eier Unterschied. Und ja, 23 + 19 = 42. Wir haben aber nur 38 Nyphen gezählt. Da sind uns irgendwie 4 abhanden gekommen ...

Ach, und wir hatten schon zwei Operationen! Zwei von den geschlüpften Schrecken haben ihr Ei noch mitgeschleppt und steckten mit den Hinterbeinen noch drin (siehe Foto). Wir haben sie dann auf die Hand genommen und ein bisschen Wasser auf's Ei tropfen lassen. So konnten sie dann die wahrscheinlich festgeklebten Beine aus dem Ei lösen. Wir waren voll stolz auf unsere geglückte OP!

Tschüß bis zum nächsten Mal,
Lukas, Sina + Maja

Kurzkommentar: Ihr 3, vielen Dank für Euren Bericht. Macht Ihr trotzdem weiter mit dem "Trocken-/Feuchtecken-Experiment"? Das wäre super, denn auch ein "Nicht-Ergebnis", d.h. Eure Beobachtung, dass Feuchtigkeit den Zeitpunkt, an dem die Nymphen schlüpfen, NICHT beeinflusst, ist ein ERGEBNIS und sehr wichtig! Eine andere wichtige Beobachtung, die Ihr gemacht und hier für alle dokumentiert habt, ist, dass die erste Nymphe bei Euch nach 3 Monaten geschlüpft ist (AF, das ist eine erste Antwort auf Deine Frage; hierzu -> Eintrag). Und: Eure Geburtshilfe-Operation ist natürlich superspannend. Toll, dass Ihr das ausprobiert habt, und dass das klappt!
Maigruß
01.05.2014
Maikäfer, (c) Roter Fleck Verlag
Melolontha melolontha - Feldmaikäfer. Auf den typischen fächerartigen Fühlern befinden sich tausende Geruchsnerven.
Erster Mai?
Eine Lebensgeschichte

Wir wünschen Euch allen einen schönen ersten Mai! In diesem Jahr haben sich viele Maikäfer - aufgrund des warmen Winters - schon Anfang April aus dem Boden gegraben und sind losgeflogen. Habt Ihr in Berlin welche fliegen sehen?

Wenn Maikäfer fliegen, sind sie gerade erst erwachsen. Adulte Insekten (adult von lat. adultus = Erwachsener) bezeichnet man als Imago (= lat. Bild), weil viele Insekten erst als Erwachsene das typische Aussehen ihrer Art haben, also ein "Bild" ihrer Art abgeben. Kommt der Mai (in diesem Jahr der April), graben sich die Maikäfer aus dem Boden, fliegen herum, um sich zu paaren, die Weibchen legen ihre Eier im feuchten Maiboden ab und ... die Käfer sterben. Meist eben auch noch im Mai. Ein schnelles Leben, ein ganzes Leben, ein Käferleben - im Mai?
Ja, denn als Käfer, also als adulte Tiere, leben diese Insekten wirklich "nur einen Mai lang". Aber die ganze Geschichte geht so:
Aus den von den Weibchen im Mai abgelegten Eiern schlüpfen nach ein paar Wochen die Maikäferlarven (Engerlinge, Engeling = kleiner Wurm, Made) im Boden. Die verwandeln sich - im Boden - von Larven in Käfer (Metamorphose = altgriech. Umgestaltung, Verwandlung, Umwandlung) und kriechen dann - ja, auch im Mai - als Käfer aus dem Boden, um selbst auch wieder loszufliegen ... allerdings erst im Mai vier oder fünf Jahre später.

Wie bei vielen Insekten ist die Maikäfer-Kindheit und -Jugend, in der sich die Insekten entwickeln und in der einige eben nicht nur wachsen und sich häuten (wie Eure Schrecken), sondern auch ihre Gestalt und ihr Aussehen vollständig verändern (wie der Maikäfer, der sich von einem Engerling in einen Käfer verwandelt), viel länger als das Erwachsenenleben. Denn in dem Moment, in dem ein Maikäfer aus der Erde kriecht und losfliegt, ist sein Leben schon fast vorbei. Aber: wenn er aus dem Boden "schlüpft", ist er - wenn auch gerade erst erwachsen - schon vier oder fünf Jahre alt. Ein junger alter Käfer. Sein Leben - vier oder fünfmal Mai. Dieser Mai sein erster. Sein letzter. Als Käfer.


EINTRAG
Emil . 30.04.2014 (eingeschickt am 07.04.14)
Schreckenmännchen, (c) Roter Fleck Verlag Flieder und Fühler
Über das Fressen

Hallo
Wir haben heute (Ich und meine Mutter) das Terrarium gesäubert, denn es wurde durch den Kot ganz dreckig, wir haben auch neues Streu reingepackt (zu verschiedenen Bodengründen -> Eintrag).
Wir probieren gerade aus, ob sie auch Flieder essen. Die Schrecken haben aufgehört, an der Scheibe zu sitzen und essen und klettern an den Zweigen herum (hierzu -> Eintrag).
Der weiblichen Schrecke fehlt ein Fühler, und ich hab beobachtet, dass sie den anderen Fühler in den Mund genommen hat. Sah aus, als würde sie ihn essen. Aber letztendlich war der Fühler noch dran.
Viele Grüße
Emil

Kurzkommentar: Lieber Emil, vielen Dank für Deine neuen Beobachtungen! Zum Flieder: berichtest Du, ob Deine Schrecken Flieder mögen? Denn - wie schon im Kommentar zu -> Valentins letztem Eintrag geschrieben) notieren wir ab sofort alle Eure Beobachtungen in einem gemeinsamen Schrecken-Speiseplan, in dem wir alle Pflanzen und Speisen zusammenstellen, die Ihr ausprobiert habt und auch, wessen Schrecken sie (besonders gerne) fressen und wessen Schrecken nicht. Simons und Tims Schrecken mögen Flieder zum Beispiel sehr gerne (siehe -> Eintrag). Und Marlas - ihr Eintrag kommt noch - mögen Flieder sogar viel lieber als Liguster. Zu Deiner Fühler-Beobachtung: hast Du eine Vermutung, wofür/weshalb die Schrecken das machen? Und: hat das auch noch jemand anders von Euch beobachtet, liebe SchreckenPaten?

EINTRAG
Valentin . 30.04.2014 (eingeschickt am 13.03.14)
Futtertisch mit Forsythie auf dem Schreckenfrühlingsfest 2014, Foto: (c) Wieland Schwarz
"Futterpflanzen- und Terrariumsstation" auf dem Frühlingsschreckenfest
Foto: (c) Wieland Schwarz

Forsythie (Forsythia × intermedia) - auch Goldflieder oder Goldglöckchen genannt - gilt als Frühlingsbote, weil die typischen leuchtend-gelben Blüten (rechts auf dem Tisch) den Frühling einleuten. Und in diesem Jahr, blühten die Forsythien tatsächlich genau zum astronomischen Frühlingsanfang (Tagundnachtgleiche) am 20. März. Nach dem phänologischen Kalender, der sich danach richtet, wann bestimmte Pflanzen blühen bzw. bestimmte Früchte reif sind, was - je nachdem wie kalt oder warm es ist - immer an einem anderen Datum sein kann, beginnt der Vorfrühling mit der Forsythienblüte, der Vollfrühling mit dem Blühen des Flieders.

Schrecken -
Allein zu Haus
Nachtrag zum unfreiwilligen -> Härtetest und Frühlingsbeobachtungen

Hallo, liebe SchreckenPaten,

spät aber dennoch die Antwort zu den Fragen im Kommentar zum -> Härtetest: Die Schrecken blieben mitten im Wohnzimmer - ungeheizt, aber mindestens 18°C warm - und mit ihrem geliebten Liguster - normaler Busch in -> kleiner, liebevoller Vase - stehen.
Auffällig ist zudem, dass diese Kollegen scheinbar nach und nach ihre Scheu verlieren, jedenfalls ihre roten Flügelchen nicht mehr so aufstellen wie zu Anfang, wenn es um die ca. wöchentlich stattfindende Reinigung geht. Da kommen sie immer für 15 Minuten raus und wandern auf dem Küchentisch und diversen Händen und Armen umher.
Und entweder sie werden zum Frühling hin aktiver oder freuen sich über den nun wieder zur Verfügung stehenden Forsythienanteil in ihrem Busch und drücken dies mit Krabbelaktivität aus. Sie wirken munter.

Valentin

Kurzkommentar: Lieber Valentin, vielen Dank für Deine Antwort. Dank Deines unfreiwilligen Tests wissen wir jetzt, dass Schrecken, wenn sie relativ kühl stehen und einen Strauß Futterpflanzen im Terrarium haben, der in etwas Wasser steht, damit die Pflanzen nicht so schnell vertrocknen, zwei Wochen "allein zu Haus" bleiben können. Dabei solltet Ihr, liebe SchreckenPaten, allerdings darauf achten (Valentin hat das gemacht), dass die Schrecken nicht in dem Wassergefäß, in das Ihr die Futterpflanzen stellt, ertrinken können: das passiert meistens nicht deswegen, weil die Schrecken in die Wassergefäße reinlaufen, sondern eher, wenn sie aus ihren Kletterfutterpflanzen "abstürzen" und dann zufällig genau in dem Wassergefäß landen. Deswegen solltet Ihr Futterpflanzenzweige entweder in ein Gefäß, dessen Öffnung Ihr z.B. mit Watte oder Alufolie verschließt, nachdem Ihr die Futterpflanzen reingestellt habt, oder in ein Marmeladenglas, in dessen Deckel ihr Löcher für die Futterpflanzenzweige bohrt, oder in eine kleine Vase mit schmalem Hals stellen. Hierzu u.a. -> Eintrag).
Sehr spannend, lieber Valentin, ist Deine Beobachtung, dass sich das Verhalten der Schrecken verändert hat, d.h. dass sie zutraulicher geworden sind und ihre Angst-/Abschreckhaltung (aufgestellte rote Flügelchen) nicht mehr so oft einnehmen. Hat das noch jemand von Euch beobachtet, liebe SchreckenPaten, und ist es bei Euch auch so, wie Valentin beobachtet hat, dass die Schrecken im Frühling munterer geworden sind?
Und zum Schluss noch ein Forschungsauftrag an alle: versucht mal herauszufinden, was die Lieblingsfutterpflanze Eurer Schrecken ist, denn wir werden jetzt gemeinsam mit Euch allen einen offiziellen Schrecken-Speiseplan erarbeiten und da jeweils dokumentieren, wessen Schrecken was fressen/nicht fressen und wessen Schrecken was am allerliebsten fressen.
EINTRAG
Sina, Maja und Lukas . 30.04.2014 (eingeschickt am 07.03.14)
Schädelsammlung am Museum für Naturkunde Berlin, (c) Roter Fleck Verlag
Schädel in der wissenschaftlichen Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin

Insekten haben - anders als z.B. Säugetiere - kein sogenanntes Innenskelett (Endoskelett). Ihre Körper werden also nicht durch unter der Oberfläche/Haut liegende Knochen gestützt, sondern stattdessen durch eine stabile Außenhülle (z.B. einen Chitinpanzer), die den Insektenkörper von außen umgibt. Entsprechend spricht man hier von einem Außenskelett (Exoskelett).
Da Chitin sehr haltbar ist, lassen sich einige Insekten einfach trocknen und aufbewahren (hierzu Diskussion im Anschluss an -> Maurices Eintrag) und sehen so auch nach Jahren noch fast genauso aus, wie sie aussahen, als sie lebten. Bei Säugetieren geht das nicht so einfach, denn deren außenliegende weiche Körperteile werden zersetzt und schrumpfen an der Luft, so dass unter Umständen nur das Skelett übrigbleibt, was natürlich ganz anders aussieht als das lebende Tier mal aussah. In den Forschungssammlungen des Museums für Naturkunde Berlin befinden sich nicht nur Millionen (!) Präparate von Insekten, die größtenteils getrocknet und genadelt in Insektenkästen aufbewahrt werden, sondern auch die Skelette und Schädel von verschiedenen, z.T. bereits ausgestorbenen Säugetierarten, die teilweise aus großen Expeditionen stammen.

Zwei Todesfälle -
und ein
alleinerziehender Schreckenvater

Hallo SchreckenPaten,

seit unserem letzten Bericht am 11.02.14 (siehe -> Eintrag) ist einiges passiert. Gleich zwei Tage später haben wir nochmal 26 neue Eier auf einen Schlag gefunden. D.h. wir haben jetzt (Anmerkung: diese Nachricht ist am 07.03.14 eingegangen und leider erst jetzt hier veröffentlicht. Wir entschuldigen uns bei Euch für die Verzögerung!) insgesamt 108 Eier von unserer großen -> Wolke. Am 17.02. haben wir beobachtet, dass sie unten auf dem Boden vor ihren Eiern stand. Wir haben gedacht, dass die Eier vielleicht zum Schlüpfen bereit sind und Wolke das spürt (hierzu -> Forschungsfrage). Aber es tat sich bis heute noch nichts in Sachen Nachwuchs (hierzu auch Kommentar zum -> Eintrag). Dafür ist Wolke dann leider am 22.02. von uns gegangen (-> Wolkes Todesanzeige).
Nun ist Blitz ganz alleine mit seinen vielen Nachkommen (wenn sie denn überhaupt schlüpfen ...). Alleinerziehender Vater sozusagen

In unserem 2. Terrarium hat sich auch was getan. Dort hatten wir ja Donner und Sonni untergebracht (hierzu -> Donners Quaratäne und -> Ellas Exkurs). Sonni war unsere erste eigene Nachzucht im September (hierzu -> Eintrag). Donner hatten wir zusammen mit Blitz und Wolke vor den Sommerferien vom MfN als Nachschub bekommen. Nun hat sich Sonni am 22.02.14 endlich zum letzten Mal gehäutet und wir haben uns gefreut, dass Donner jetzt vielleicht doch noch zum Zug kommt (nachdem er ja in dem anderen Terrarium von seinem Bruder Blitz ausgebootet wurde). Aber irgendwie haben Sonni und Donner noch nicht so richtig zueinander gefunden (aber bei Wolke hat's ja auch noch bis zwei Wochen nach der letzten Häutung gedauert). Aber leider müssen wir schon wieder trauern, denn Sonni ist gestern verstorben (-> Todesanzeige Sonni). Sie ist also gerade mal gut 5 Monate alt geworden. Und Donner ist schon wieder der Dumme ... So hat der sich sein Schreckenleben bestimmt auch nicht erträumt.

Liebe Grüße aus
Sinas, Majas und Lukas' Schreckenburg

Kurzkommentar: Ihr Lieben, zuerst entschuldigen wir uns, dass es so lange gedauert hat, bis Euer Eintrag endlich hier erscheint. Das mit Wolkes und Sonnis Tod ist natürlich sehr traurig. Wolke war ja schon älter, aber Sonni eigentlich ja gerade erst erwachsen. Festhalten sollten wir auf jeden Fall Eure Vermutung, dass Schrecken nach 5 Monaten ausgewachsen sind, d.h. dass es 5 Monate dauert, bis zur letzten Häutung. Habt Ihr gezählt, wie oft sich Sonni in den 5 Monaten gehäutet hat? Kann noch jemand von Euch, liebe SchreckenPaten, bestätigen, dass es ca. fünf Monate dauert, bis die Schrecken ausgewachsen sind? Sind bei Euch in der Zwischenzeit Nymphen geschlüpft, liebe Sina, liebe Maja und lieber Lukas? Und falls ja: wie schlägt sich Donner als "alleinerziehender Vater"?
EINTRAG
AF . 27.04.2014 (eingeschickt am 07.04.14)
MausMaus auf Beobachtungsposten, (c) Alexandra Flindris
Katze "MausMaus" auf Beobachtungsposten; Foto: (c) AF, privat
MausMaus, Chilli -
und Schrecken
Schreckenbeobachtung und "Futter"-Versuche

Auch unsere Katze MausMaus findet die Schrecken ganz toll und ist ständig auf Beobachtungsposten. In Sachen Nahrung haben wir mehrere Versuche gemacht: Chilliblätter, Erdbeerblätter und Kresse scheinen sie nicht zu mögen, allerdings werden die Schrecken extrem aktiv, wenn man das Terrarium mit Wasser besprüht.

EINTRAG
AF . 27.04.2014 (eingeschickt am 07.04.14)
Schrecken Verkehr(t), (c) Alexandra Flindris
Adoni und Weißblüte, Foto: (c) AF, privat
Verkehr(t)
Eine Beobachtung zum Paarungsverhalten

Unser Männchen, das den Namen Andoni bekommen hat, scheint etwas dümmlich zu sein. Er schafft es kaum auf das Weibchen zu kommen, und wenn er es erstmal geschafft hat, dann verkehrt herum.

Kurzkommentar: Adonis Verhalten lassen wir hier erstmal unkommentiert. Aber: Lieber Noam, Du hattest in Deinem -> Eintrag danach gefragt, wie man Schreckenmännchen und -weibchen unterscheiden kann. Auf dem Foto links kannst Du, wenn Du mit der Computermaus auf das Foto gehst, die für die Männchen typische "keulenartige Verdickung" am Hinterleib (Abdomen) sehr deutlich sehen. Adoni siehst Du links in den beiden Fotos, oben sitzend.

EINTRAG
AF . 27.04.2014 (eingeschickt am 07.04.14)
Weißblüte, (c) Alexandra Flindris
Weißblüte mit geöffneter "Hinternklappe", Foto: (c) AF, privat
"Hinternklappe"
Eine schreckenanatomische Beobachtung

Den Schrecken geht es sehr gut hier bei uns. Anscheinend haben sie nur ein paar kleine Besonderheiten: Unser Weibchen, dem mein Sohn den schönen Namen Weißblüte (-> Weißblütes Portraitfoto) gegeben haben, hat des öfteren einen sehr weit geöffneten Hinterleib (Abdomen).
Zwei Eier hat Weißblüte seither gelegt und noch keines ist geschlüpft. Wie lange dauert es eigentlich, bis die Schrecken schlüpfen?

Kurzkommentar: Liebe AF, vielen Dank für das Foto. Eine naheliegende Vermutung ist natürlich, dass das Foto Weißblüte bei der Eiablage zeigt (hierzu auch Jojos, Janniks und Eriks -> Eintrag). Habt Ihr, liebe AF, denn beobachtet, dass Eier aus der geöffneten "Hinternklappe" gefallen sind? Wir haben also die folgende neue Forschungsfrage: haben alle Schrecken eine "Hinternklappe", wenn ja, sieht sie bei Männchen und Weibchen gleich aus, und wozu ist sie da? Zur "Hinternklappe": weiß jemand von Euch, ob es einen Fachbegriff für diesen Körperteil gibt? Den Hinterleib der Insekten bezeichnet man als Abdomen, aber gibt es eine Bezeichnung für diese "Klappe"?
Der Schlupfzeitpunkt der Jungschrecken (Nymphen) und die Faktoren, von dem er abhängt, ist eine nach wie vor -> offene Forschungsfrage. MajaSina und Lukas führen dazu gerade ein Experiment durch (hierzu -> Eintrag). Ganz grob solltet Ihr mit ca. 3-4 Monaten rechnen.

*Anatomie bezeichnet die Lehre vom Körperbau. Die Insektenanatomie beschäftigt sich also mit der Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Geweben und Zellen, d.h. mit dem Bau des Insektenkörpers.
Benennung
26.04.2014







Kaulsdorfer Forscherin, (c) Ev. Kita Kaulsdorf
Ampulex dementor - Weibchen, Foto: B. Schurian, MfN; (c) 2014 Ohl et. al.
Das Foto zeigt den weiblichen Holotypus dieser Art (hierzu -> Holotypus-Eintrag), der in der entomologischen Forschungssammlung des Museums für Naturkunde Berlin aufbewahrt wird
Die Seelensaugerin
Über die wissenschaftliche Benennung einer Art

Die SchreckenPaten der Kaulsdorfer Kita haben ihre Schrecken per Losverfahren (hierzu -> Eintrag) und Noam hat eine seiner Schrecken nach einem berühmten Piraten benannt (hierzu -> Eintrag). Im Kommentar zum letzten Eintrag haben wir Euch schon ein paar Dinge über die wissenschaftliche Benennung von Arten erzählt. Hierzu gibt es ein aktuelles Beispiel:

Die Grabwespenart, die Ihr auf dem Foto links seht, kommt in Thailand vor und ist - wissenschaftlich gesehen - erst drei Tage alt. Denn Michael Ohl* und seine Forscherkollegen haben die Beschreibung und den wissenschaftlichen Namen dieser neu entdeckten Art erst vor drei Tagen veröffentlicht. Und für die Wissenschaft existiert eine Art erst ab diesem Moment.
Für Euch interessant ist, dass der wissenschaftliche Name, den diese Art jetzt trägt, nicht, wie sonst meist üblich, von den Forschern ausgesucht wurde, sondern von den Besuchern des Museums für Naturkunde, die - während einer Langen Nacht der Museen - darüber abgestimmt haben, wie diese Wespenart heißen soll. Und so könntet auch Ihr Euch an der wissenschaftlichen Benennung neu entdeckter Arten beteiligen.
Nun aber zum wissenschaftlichen Namen dieser Grabwespenart: Sie ist NICHT nach einer Person benannt worden, nicht nach ihrem Aussehen und auch nicht nach dem Ort, an dem sie gefunden wurde. All das wird häufig gemacht. Stattdessen haben die Museumsbesucher diese Grabwespe nach den Dementoren** aus den Harry Potter Romanen benannt. Was soll das denn, fragt Ihr jetzt vielleicht und auch, ob wissenschaftliche Namen denn keinen "Sinn" machen müssen. Und die Antwort ist, dass sie Sinn machen dürfen, das aber nicht unbedingt müssen. Denn wissenschaftliche Namen kann man fast ganz frei wählen, ganz so, wie man möchte, solange sie bestimmten Regeln gehorchen. Aber: dass die Dementoren die Namensvetter dieser Grabwespenart geworden sind, ist NICHT zufällig. Denn diese Wespenart verhält sich ähnlich wie die von Harry Potter gefürchteten Dementoren. Grabwespen dieser Art machen ihre Beutetiere (Schaben) "willenlos". Sie stechen sie so in die Bauchseite, dass die Schaben an dem Stich zwar nicht sterben, sich aber auch nicht mehr "normal" verhalten, das heißt z.B., dass sie nicht mehr fliehen. Eine gestochene Schabe kann sich weiterhin bewegen und laufen, allerdings nicht mehr weg und auch nicht mehr dahin, wo sie hin will, sondern nur noch dahin, wohin die Wespe sie an einer ihrer eigenen Antennen lenkt. Und die Wespe lenkt sie an einen ruhigen Ort und legt dort ein Ei auf der Schabe ab, die später zur ersten und einzigen Nahrung des Wespennachwuchses wird, sobald der schlüpft. Denn die Wespenlarve, die aussieht wie eine Made, schlüpft aus dem Ei und bohrt sich in die gelähmte, aber noch lebende Schabe und fängt an, sie von innen aufzufressen
.

Der wissenschaftliche Name dieser Wespenart ist Ampulex dementor.

* PD Dr. Michael Ohl stellen wir Euch in Kürze ausführlicher vor (hierzu -> Honiganzeiger, -> Ein Wüstenreisender und -> Brasilien-Fundstücke).
** Die Dementoren sind magische Wesen, die ihren Opfern die Seelen aussaugen und sie willenlos machen.

Originalartikel (engl.): Ohl M, Lohrmann V, Breitkreuz L, Kirschey L, Krause S (2014) The Soul-Sucking Wasp by Popular Acclaim – Museum Visitor Participation in Biodiversity Discovery and Taxonomy. PLoS ONE 9(4): e95068. doi:10.1371/journal.pone.0095068

EINTRAG
Ev. Kita Kaulsdorf . 25.04.2014 (eingeschickt am 06.04.14)
Kaulsdorfer Forscherin, (c) Ev. Kita Kaulsdorf
Kaulsdorfer Schreckenforscherin, Foto: (c) Ev. Kita Kaulsdorf
Taufe und Trommel
Über die Benennung

Die Schrecken sind gut in der Kita angekommen und angenommen worden.

Wir haben die Schrecken getauft. Die Namensvorschläge der Kinder wurden aus einer Lostrommel gezogen.

-> Kaulsdorfer Impressionen (Diashow)

Kurzkommentar: Liebe Kaulsdorfer SchreckenForscher, das ist ja spannend, dass Ihr Eure Schrecken per Losverfahren benannt habt. Wie Ihr vielleicht schon wisst, spielt nicht nur die Entdeckung und Beschreibung/Erforschung, sondern auch die Benennung von Tieren und Pflanzen in der Biologie eine sehr große Rolle. Denn nur Tiere und Pflanzen, von denen wir etwas wissen, d.h. die entdeckt und beschrieben/erforscht sind und die einen Namen haben, können wir "verstehen" und schützen und mit ihnen die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Ein großer Teil der Arten, die es auf der Erde gibt, ist immer noch unbekannt, d.h. entweder noch gar nicht entdeckt und/oder noch nicht beschrieben/erforscht und benannt worden. Es gibt also noch viel zu tun und es ist toll, dass Ihr dabei seid. Anders als bei Euch geht es, wenn man in der Biologie von Benennung (Nomenklatur) spricht, allerdings nicht um die Benennung einzelner Tiere, sondern um die Benennung von Pflanzen- und Tierarten. Und damit der wissenschaftliche Name einer Art überall auf der Welt derselbe ist, werden die wissenschaftlichen Namen immer aus dem Lateinischen oder Altgriechischen gebildet. Der Entdecker einer neuen Art, d.h. derjenige, der sie als erster beschreibt, darf diese Art - u.a. nach bestimmten Regeln der lateinischen und/oder altgriechischen Sprache - benennen, wie er möchte. Und das kann, wenn er das möchte, sogar durch eine Auslosung oder Abstimmung geschehen. Noam hat seine Schrecke nach einem Piraten benannt (hierzu -> Eintrag). Und auch das geht bei wissenschaftlichen Namen. Eine neu entdeckte Grabwespenart, deren wissenschaftliche Beschreibung erst vor zwei Tagen veröffentlicht worden ist, ist - nach einer Abstimmung - nach den Dementoren (magischen Wesen aus den Harry Potter Romanen) benannt worden. Hierzu berichten wir Euch -> hier. Wie Ihr alle wisst, ist der wissenschaftliche Name der Peruanischen Samtschrecke Peruphasma schultei. Phasma ist das lateinische Wort für "Gespenst", denn die Samtschrecke gehört zu den Gespenstschrecken (Phasmiden). Rainer Schulte ist ein deutscher Biologe, der sich für den Schutz der Samtschrecke in Peru eingesetzt hat. Die Peruanische Samtschrecke ist von -> Oskar V. Conle und -> Frank H. Hennemann wissenschaftlich beschrieben worden. Conle/Hennemann haben Rainer Schultes Verdienste um den Schutz der Art gewürdigt, indem sie die Peruanische Samtschrecke nach ihm benannten, nämlich: Peruphasma schultei, was, wenn man es wortwörtlich aus dem Lateinischen übersetzen würde, so viel bedeutet wie "Rainer Schultes peruanisches Gespenst". Wie heißen denn Eure Schrecken jetzt und was waren Eure Vorschläge?

EINTRAG
Emil, Reinhardswald Grundschule . 24.04.2014 (eingeschickt am 06.04.14)
Kopfsalat, (c) Roter Fleck Verlag Kein Bio-Kopfsalat
Über Schreckenferien und Schreckenfutter

Hallo

Ich heiße Emil und bin in der Reinhardswald Grundschule. ich habe die Samtschrecken über eine Ferienhälfte bis Donnerstag. Die Schrecken hab ich im Auftrag von Frau Gratecap , sie ist mein Nawi Lehrerin.
Es geht ihnen gut. Wir haben schon getestet ob sie Bio-Kopfsalat essen. Tun sie nicht, er lag drei Tage im Käfig. Komisch die letzten Tage krabbelten sie nur an der Glasscheibe.
Sonst waren sie aktiver und krabbelten an den Ästen und am Futter rum.
Wir werden sie weiterhin beobachten und füttern.
Ich werde mich bald wieder melden

Viele Grüße
Emil

Kurzkommentar: Lieber Emil, vielen Dank für Deine Nachricht. Wir freuen uns, von Dir zu hören. Und natürlich besonders, dass Du Dich um die Reinhardswald-Schrecken kümmerst, in der ersten Ferienhälfte. Das ist toll. Und noch toller ist, dass Du berichtest.
Super, dass Du ausprobiert hast, ob die Schrecken Kopfsalat fressen. Auf die Idee ist vor Dir noch niemand gekommen. Naja, sie fressen den Salat nicht, aber das wissen wir jetzt erst, durch Dich. Vorher wussten wir das nicht. Und ja, es ist sehr wichtig, dass man das ausprobiert, was sie fressen und was nicht.
Beobachtest Du das "Scheibensitzen" weiter? Das wäre toll, denn vielleicht bekommst Du heraus, was der Grund dafür ist. Vielleicht sitzen sie da viel lieber als in den Blättern, oder sie sitzen da, wenn es besonders hell ist oder besonders dunkel im Raum (hierzu auch -> Eintrag)? Hast Du eine Vermutung? Wo steht denn das Terrarium bei Dir? Am Fenster oder eher im Schatten? Und gleich noch eine Frage: sprühst Du den Schrecken mit einer Pflanzensprüh-/ bzw. Wäscheflasche Wasser an die Scheiben und wenn ja, wann? Das kannst Du machen und mal ausprobieren, ob sie das gerne mögen. Wenn es jetzt wärmer wird, haben die Schrecken das manchmal gerne, d.h. ich sprühe denen einmal am Tag, abends, ein bißchen Wasser an die Scheiben und einige Schrecken sitzen deswegen abends manchmal schon vorher an den Scheiben, weil sie darauf zu warten scheinen. Aber das kann täuschen, denn es könnte auch sein, dass das nur Zufall ist, dass sie da sitzen. Denn wie gesagt: wir wissen auch dazu noch nicht viel und brauchen Dich deswegen, d.h. die Beobachtungen, die Du mit den Schrecken machst. Also: wenn Du Lust hast, schau', ob Du eine Vermutung darüber aufstellen kannst, wann und warum die Schrecken an den Scheiben sitzen, ob das etwas mit der Temperatur im Raum zu tun hat oder mit dem Licht oder ... es könnte ganz unterschiedliche Gründe geben. Und: wir haben überhaupt keine Ahnung bisher, womit das zusammenhängt. Du betrittst hier also Neuland.

EINTRAG
Klasse Saph f, Grundschule an der Strauchwiese . 24.04.2014 (eingeschickt am 27.03.14)
Schrecken im Klassenraum, Foto: (c) Grundschule an der Strauchwiese
Körpergrößen-Messung im Klassenraum, Foto: (c) Grundschule an der Strauchwiese
1. Bericht
Vom Besuch am Naturkundemuseum am 20.03.14

Die Mitarbeiter des Museums haben uns erzählt, was die Schrecken fressen und was wir in das Terrarium legen sollen. Aber natürlich auch, wie wir sie behandeln sollen.
Die Schrecken leben eigentlich in Peru. Jetzt leben sie bei uns im Klassenraum. Man kennt diese Tiere erst seit 10 Jahren.
Wir haben im Terrarium Kleintierstreu, Liguster und 4 Schrecken: einen Mann, eine Frau, 2 kleine Schrecken und 5 Eier. Sie haben sich schon einmal gepaart.
Am Ende bekamen wir das Terrarium. Ich ging nach vorn und nahm es in Empfang. Es war ganz schön schwer.

von Alina, Max, Neele und Hannah
aus der Klasse Saph f / Schule an der Strauchwiese

Kurzkommentar: Ihr Lieben, schön, dass Ihr dabei seid. Berichtet Ihr uns über Eure Beobachtungen seit dem Frühlingsfest? Wir freuen uns!

EINTRAG
Yoshi . 24.04.2014
Gelb!
Lieblingsecke oder Lieblingsfarbe?

Hallo Schreckenpaten!

Meine Schrecken haben eine Lieblingsecke im Terrarium. Sie ist an der gelben Wand. Wir haben das Terrarium gedreht, und sie saßen wieder an der gelben Wand!

Ich hoffe das bringt uns weiter.

YOSHI.

Kurzkommentar: Lieber Yoshi, das ist eine sehr sehr spannende Beobachtung, die Du da gemacht hast und vor allem hast Du ja bereits ein Experiment (Terrarium drehen) durchgeführt, um Deine erste Vermutung zu testen. Super!
Deswegen gleich unsere erste Frage: was war Dein "Versuchsaufbau", d.h. wo stand das Terrarium jeweils, wo ist die Wand, und wo die Lieblingsecke, gibt es nur eine gelbe Wand in der Nähe des Terrariums oder noch andersfarbige Wände? Oder anders gefragt: hast Du geschaut, ob die Schrecken sich vor einer andersfarbigen ("ungelben") Wand anders verhalten, d.h. sich nicht in die Nähe der Wand und/oder in eine andere Ecke setzen? Die Frage ist nämlich, ob es den Schrecken um den "Schutz der Wand", d.h. um eine geschützte Ecke geht, egal welche Farbe die hat, oder um eine gelbe Wand (hierzu auch -> "Schreckenhaufen"-Eintrag). Berichtest Du uns über Deinen "Versuchsaufbau"? Vielleicht kannst Du uns eine Skizze machen, wo das Terrarium jeweils stand, wie Du es gedreht hast, welche Wand gelb ist ... damit alle wissen, was Du schon ausprobiert hast, um herauszufinden, ob "Gelb" eine Rolle im Leben der Schrecken spielt und falls ja, welche Rolle das sein könnte.

EINTRAG
Noam . 24.04.2014 (eingeschickt am 26.03.14)
Schwarzbärte, (c) Roter Fleck Verlag
"Schwarzbärte"
Kapitän Blackbeard
Über einen Piraten, der eine Dame ist

Liebe SchreckenPaten,

nach der Antwort auf meinen letzten -> Eintrag habe ich gleich meine Schrecken beobachtet und entdeckt, dass die Schrecke, die schon den Namen "Kapitän
Blackbeard"* bekommen hat, eigentlich ein Weibchen ist. Bei den 2 Jungtieren konnten wir noch keine Merkmale feststellen.

Liebe Grüße
Noam

Kurzkommentar: Lieber Noam, was machst Du jetzt mit "dem Kapitän", der eine Dame ist? Ich würde ihn weiter Kapitän Blackbeard nennen, wenn ich Du wäre, denn es gibt ja auch weibliche Kapitäne. Oder ist das bei Piraten anders? Heißen die weiblichen Kapitäne dann eigentlich Kapitäninnen? Das ist ein sehr komisches Wort. Ich würde auch bei einer Frau Kapitän sagen, "Frau Kapitän" dann. Was meinst Du? "Frau Kapitän Blackbeard"?
Und noch etwas: wenn Du kannst und magst, behalte mal im Blick, ab wann Du erkennen kannst, "was" Deine beiden Jungschrecken sind, d.h. Männchen oder Weibchen. Denn mit Deinen Beobachtungen könnten wir dann herausbekommen, ab der wievielten Häutung man die Geschlechter unterscheiden kann. Grüße, Katinka

*Kapitän Blackbeard (blackbeard = engl. Schwarzbart) war ein berühmt-berüchtigter Pirat. Sein wahrer Name war allerdings Edward Teach.

EINTRAG
Noam . 24.04.2014 (eingeschickt am 25.03.14)
Schreckendame, (c) Roter Fleck Verlag
Ausgewachsenes Schreckenweibchen; Foto: Christian Rudat
Weibchen oder Männchen?
Über "kleine Unterschiede"

Liebe SchreckenPaten,

kann man zwischen den Weibchen und den Männchen
unterscheiden?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Noam

Kurzkommentar: Lieber Noam, am einfachsten kannst Du die erwachsenen Tiere unterscheiden, denn dort sind die Weibchen sehr viel größer und haben einen dicken, gleichmässig runden, etwas plumpen Hinterleib. Die Männchen bleiben immer etwas kleiner. Wenn Du Dir den Körper von der Seite anschaust, dann siehst Du, dass die Männchen am Hinterleib eine "keulenähnliche" Verdickung haben, d.h. ihr Hinterleib ist nicht gleichmässig "rundlich" (das siehst Du nur, wenn Du von der Seite schaust, wenn Du Dir den Körper von oben anschaust, sieht man fast keinen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen). Schau' mal genau, ob Du diesen Unterschied sehen kannst.
Wir wissen natürlich nicht, welches Terrarium Du bekommen hast. Eigentlich sollte ein erwachsenes Paar bei Dir drin sein und zwei Jungtiere, bei denen man vielleicht noch nicht erkennen kann, ob es Männchen oder Weibchen sind, und wer was. Dass die Schrecken sich mehrmals häuten, wenn sie noch wachsen, das weißt Du vielleicht schon. Wie oft genau, ist eine offene Forschungsfrage, die wir bisher noch nicht beantwortet haben. Es wäre toll, wenn Du bei Deinen Schrecken beobachtest, wie oft die sich häuten. Jedenfalls kann man erst nach einer bestimmten Anzahl von Häutungen - nach wievielen, wissen wir auch noch nicht, also auch das ist eine offene Forschungsfrage - erkennen, "wer" ein Männchen und "wer" ein Weibchen ist.

EINTRAG
Maia . 24.04.2014 (eingeschickt am 24.03.14)
Maias Bericht, Foto: (c) Wieland Schwarz
Maia gibt den neuen SchreckenPaten Tipps und Ratschläge für den "Anfang ... mit Schrecken"; aufgenommen auf dem Schreckenfrühlingsfest; Foto: (c) Wieland Schwarz
Maias Bericht
Vom Frühlingsfest - für alle, die nicht dabei sein konnten

Hallo, ich bin Maia und ich bin jetzt schon 1 Jahr lang Schreckenpatin. Am 20. März 2014 war ich im Naturkundemuseum. Dort fand das Schreckenfest statt, und ich wurde nach vorne gebeten. Dort habe ich erzählt, wie ich das mit meinen Schrecken mache, was ich Ihnen zu fressen gebe, was wir für Boden im Terrarium haben, wie viele Schrecken ich habe, wie viele Männchen und wie viele Weibchen und wie das mit dem Nachwuchs funktioniert. Dann haben die Erwachsenen noch etwas erzählt. Dann konnten wir zu Stationen gehen. Eine Station war mit einem Mikroskop, unter dem lagen Schreckeneier. Sie waren braun und rund und hatten an einer Stelle einen hellen Fleck. Als Nächstes habe ich mir ganz viele andere Insekten angeschaut. Dabei waren Schmetterlinge. Sie waren riesig. Da war auch eine riesige Stabschrecke. Sie war ungefähr 30 cm lang. Bei der Präsentation waren auch zwei Jungs (-> Benicio und Camilo), die hatten auch Schrecken mit, aber es waren keine Samtschrecken, sondern ein wandelndes Blatt, eine Stabschrecke und eine australische Gespenstschrecke. Die Stabschrecke habe ich sogar auf die Hand genommen. Als Letztes war die Schreckenübergabe an die neuen Patenkinder. Er waren auch Schulen und Kitas. Ich habe mit einem anderen Jungen (-> Valentin) mitgeholfen, die Schrecken zu übergeben. Als Allerletztes, als alle gegangen sind, war ich noch bei einem Stand, wo die Frau mir noch schnell erklärt hat, wie man eine tote Schrecke aufspießt und dann hat sie mir ein paar Nadeln und eine Unterlage mitgegeben, damit ich das zu Hause auch tun kann. Eure Maia

Kurzkommentar: Liebe Maia, Du warst eine Riesenhilfe beim Frühlingsfest! Vielen Dank von uns allen, denn mit Deinem Expertenwissen hast Du den neuen SchreckenPaten sehr geholfen.

EINTRAG
Yoshi . 24.04.2014 (eingeschickt am 20.03.14, direkt nach dem Frühlingsfest)
Kopfunter, kopfüber Schrecke,Foto: Christian Rudat, (c) Roter Fleck Verlag
Schrecke, kopfüber; Foto: Christian Rudat
Kopfüber ...
Erste Beobachtung

Liebe Schreckenpaten!

Wir sind mit den Schrecken zu Hause angekommen, nach dem ersten Herausnehmen unseres Männchens (es war wohl etwas aufgeregt) und dem Reinsetzen haben wir gesehen, wie es kopfüber gekackt hat!

Viele Grüße
Yoshi

Kurzkommentar: Lieber Yoshi, zuerst: das ist eine wichtige Beobachtung. Kann das jemand von Euch, liebe SchreckenPaten, bestätigen, dass Schrecken kopfüber kacken und wenn ja, machen sie das nur, wenn sie aufgeregt sind oder auch sonst?

Zweite Patengeneration
24.04.2014
Frühlingsfestbesucher, Foto: (c) Wieland Schwarz
Schreckenfrühlingsfestbesucher und (Neu-)SchreckenPaten, Foto: (c) Wieland Schwarz
2. Generation
Wir begrüssen die neuen SchreckenPaten

Zum Frühlingsanfang am 20. März wurden u.a. die folgenden Kinder und Kita- bzw. Schulklassen feierlich zu SchreckenPaten (2. Generation) ernannt: Grundschule an der Strauchwiese (5 Klassen), Reinhardswald Grundschule (3 Klassen), Benicio, Camilo, Ella Anaïs, Ev. Kita Kaulsdorf, Spatzengruppe der Regenbogenkita, Henry, Yoshi, Patryk, Kinderforscherzentrum HELLEUM, Noam, Flora (+ Floras Kita), Marla, Konstantin u.a.

Dank an Maia, Valentin, Jojo, Jannik, Erik, Florian, Lia, Mateusz und die Carl-Bolle-Schule, die auf dem Frühlingsfest als Mentoren (wissenschaftliche Betreuer) der neuen SchreckenPaten-Generation bereit gestanden und Tipps und Tricks für den "Anfang mit Schrecken" gegeben haben.

Frühlingsblogpause
Frühlingsfest, (c) Roter Fleck VerlagSchreckenfrühlingsfest am Museum für Naturkunde am 20. März 2014
Foto: Wieland Schwarz
Als der Frühling begann ...

Am 20. März begann der Frühling und das SchreckenPaten-Programm wurde 1 Jahr alt. Das haben wir - zusammen mit der Ernennung der 2. SchreckenPaten-Generation - mit einem großen Schreckenfrühlingsfest am Museum für Naturkunde gefeiert. Danach haben wir - bis jetzt - eine nicht ganz freiwillige Blogpause einlegen müssen, die Ihr alle bemerkt habt, denn es ist hier erstmal ganz still geworden.

Im "Untergrund" haben wir aber viele Nachrichten und Fotos und Filme und Einträge von Euch bekommen, denn natürlich habt Ihr alle - und das ist richtig toll - weitergeforscht und beobachtet und verschiedene Dinge herausgefunden und dokumentiert, die hier bisher noch nicht sicht- und lesbar sind, das aber in den nächsten Tagen, nach und nach, werden, so dass alle wissen, was in der Zwischenzeit, seit dem Frühlingsanfang, passiert ist.

Wir werden in den nächsten Tagen die zweite SchreckenPaten-Generation vorstellen, aber auch Berichte von unseren erfahrenen SchreckenPaten dabei haben, werden etwas über "Gift und Gefahr" im Forscherleben schreiben, über "Schwarze Bärte", geöffnete Hintern ... und werden Euch natürlich auch die Bilder des Frühlingsfestes auf den Blog laden.

Willkommen zurück!


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